Die Immortelle – ein Symbol für das Selbst
- janakuderna9

- vor 5 Minuten
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Zwischen Felsen, auf trockenem, nährstoffarmem Boden, wächst eine Pflanze, die kaum etwas zum Leben zu brauchen scheint.
Sie heißt Immortelle – die Unvergängliche.
Niemand erklärt ihr, wie sie wachsen soll.
Niemand zieht an ihren Blättern, damit sie schneller gedeiht.
Sie trägt ihre Richtung bereits in sich.
Immer wieder denke ich an diese Pflanze, wenn Eltern mich fragen:
"Mache ich genug?""Fördere ich mein Kind ausreichend?""Sollte ich mehr eingreifen?"
Hinter diesen Fragen steckt oft die Sorge, Entwicklung müsse vor allem von außen hergestellt werden.
Doch was wäre, wenn wir den Blick verändern?
Kinder kommen mit einer tiefen inneren Bereitschaft zur Entwicklung auf die Welt. Sie wollen in Beziehung treten, lernen, wachsen und ihren eigenen Weg finden.
Unsere Aufgabe ist es nicht, diese Entwicklung ständig anzustoßen oder zu kontrollieren.
Unsere Aufgabe ist es, einen Boden zu schaffen, auf dem sie sich entfalten kann – einen Boden aus Beziehung, Sicherheit und Vertrauen.
Vertrauen ist kein passives Abwarten. Vertrauen ist die Entscheidung, die innere Weisheit des Lebens höher zu achten als den eigenen Drang, ständig eingreifen zu müssen.
Das ist keine romantische Vorstellung.
Es ist eine Haltung, die sich sowohl in der Bindungsforschung als auch in der Tiefenpsychologie wiederfindet: Entwicklung entsteht nicht primär durch Steuerung, sondern durch Beziehung, Sicherheit und die dem Menschen innewohnende Tendenz zur Reifung.
Mich erinnert die Immortelle genau daran. Sie wächst nicht, weil jemand sie antreibt.
Sie wächst, weil das Leben in ihr weiß, wohin es will. Vielleicht gilt das auch für unsere Kinder.
Und vielleicht dürfen wir ihnen – und manchmal auch uns selbst – ein wenig mehr zutrauen.
Nicht, weil wir gleichgültig wären.
Sondern weil wir darauf vertrauen, dass das Wesentliche im Menschen nicht gemacht werden muss.
Es möchte sich entfalten.





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