Lob macht Kinder nicht stark.
- Jana Kuderna

- vor 1 Tag
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Ein Satz, der viele Eltern erschreckt.
Denn natürlich tut Lob gut.
Die entscheidende Frage ist aber nicht, ob Lob angenehm ist. Sondern worauf ein Kind lernt, sich zu verlassen.
Entsteht Selbstbewusstsein dadurch, dass andere dem Kind sagen, wer es ist?
Oder dadurch, dass das Kind selbst wahrnimmt, wer es ist?
Ein Kind entwickelt Selbstbewusstsein nicht, weil es ständig hört: „Das hast du toll gemacht.“
Es entwickelt Selbstbewusstsein, wenn es erlebt:
Ich spüre mich. Ich merke, was ich kann. Ich halte Frust aus. Ich überwinde Schwierigkeiten. Ich bin stolz auf mich.
Je häufiger Erwachsene diese Erfahrung mit Lob bewerten, desto leichter verschiebt sich der Fokus.
Das Kind schaut nicht mehr nach innen.
Es schaut nach außen.
War das gut?
War Mama zufrieden?
Hat jemand gesehen, wie toll ich war?
Aus Selbstwahrnehmung wird Fremdwahrnehmung.
Und genau hier beginnt emotionale Abhängigkeit.
Denn wer sich nur durch die Augen anderer erkennt, braucht immer neue Bestätigung.
Später heißt das nicht mehr Lob.
Dann heißen die Quellen Likes. Noten. Karriere. Anerkennung. Status.
Das Prinzip bleibt dasselbe.
Ein Mensch, der sich selbst nicht spürt, wird zum Konsumenten von Bestätigung.
Kinder brauchen deshalb nicht weniger Ermutigung.
Sie brauchen mehr Gelegenheit, sich selbst zu begegnen.
Denn echtes Selbstbewusstsein entsteht nicht durch Applaus.
Sondern durch den Kontakt mit sich selbst.





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